Erfahrungsbericht: Freiwilligendienst in Ghana - Johanna hat Schülerinnen und Schüler betreut
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Johanna hat Schülerinnen und Schüler betreut

Johanna, Ghana, Republik, 2018, weltwärts

Johanna hat ihren Freiwilligendienst in Ghana mit AFS und dem weltwärts-Programm gemacht. Sie hat in einer Grundschule mitgearbeitet, Mathematik unterrichtet und Zeit mit den Schülerinnen und Schülern verbracht.

Es war schon lange mein Traum, nach dem Abi ein FSJ in Afrika zu machen, die große Vielfalt und Farbe haben mich sehr beeindruckt. Über die Jahre habe ich den Wunsch entwickelt, eines Tages selbst nach Afrika zu gehen, dort zu helfen und die Lebensumstände mit eigenen Augen wahrzunehmen und zu erleben, am liebsten etwas Nachhaltiges zu bewirken.
 
Bevor ich mich bei AFS beworben hatte, hatte ich genau diese Einstellung. Ich sprach von Afrika, als wäre es ein Land, ich hatte Bilder von Menschen im Kopf, die in sehr einfachen Hütten leben, Wasser auf dem Kopf transportieren, bunte Kleider tragen, viel Musik machen - vor allem trommeln. In dem Jahr, in dem ich Abitur gemacht habe, habe ich dann angefangen, stark an dem ganzen Prinzip eines Freiwilligen Jahres im Ausland zu zweifeln – wie viel kann man da denn wirklich bewirken, ist es nicht eher schädlich, wenn an den Einsatzstellen so eine hohe Fluktuation an Arbeitskräften und Bezugspersonen ist? Ich wollte gerne irgendetwas tun, wo wirklich Hilfe gebraucht würde, wo ich nachhaltig etwas verändern könnte.
 
Heute erwische ich mich immer wieder dabei, wie ich über Leute, die so reden, die Augen verdrehe und mich ärgere, dabei bin ich es selbst, die vor einem guten Jahr noch genauso gedacht hat. Nicht jeder hat das Glück, ein ganzes Jahr so intensiv eine vorher fremde Kultur kennen zu lernen, ein Teil davon werden zu können. Jetzt sehe ich es als meine Aufgabe, diese Bilder in den Köpfen der Menschen zu lösen, meine Erfahrungen und Sichtweisen zu teilen.

Land und Leute

Mein erster Eindruck der Leute in Ghana war ausschließlich positiv. In den ersten Wochen habe ich Ghanaer*innen als sehr offen, freundlich und herzlich kennen gelernt, die Europäern („Obronis“) gegenüber sehr einladend sind. Diesen Eindruck habe ich über das Jahr auch weiterhin beibehalten und sogar vertieft. Zwar bin ich auch immer wieder auf Leute getroffen, die weniger herzlich und mir als Ausländerin, besonders als Weiße, gegenüber verachtend reagiert haben, aber das war eine kleine Minderheit. Natürlich ist jede Persönlichkeit anders und man kann keine Bevölkerung über einen Kamm scheren und sagen „die sind alle so“. Was mir mit der Zeit trotzdem aufgefallen ist, ist, dass die Art, die Einstellung und die Werte vieler Menschen in Ghana einige Ambivalenzen in sich tragen, die mich häufig irritiert haben. Es gibt Personen, die einerseits eine sehr herzliche Art an den Tag legen, und dann die Erfahrung, dass in manchen anderen Situationen ein und dieselbe Person extrem abweisend und emotionslos ist; gleiches gibt es auch bei anderen Eigenschaften, z.B. freundlich und garstig, offen und ignorant, sehr gelassen, aber dann auch extrem aufbrausend. Am Anfang fiel es mir schwer, diese gegensätzlichen Eigenschaften einzuordnen und miteinander zu vereinen.
 
Zu Beginn war mir Vieles an meinem Leben in dieser mir völlig fremden Kultur neu und ungewohnt, was sich im Laufe des Jahres aber immer weiter normalisiert hat und zu Gewohnheiten geworden ist. Zum Beispiel, die Tatsache, dass ich aufgrund meiner Hautfarbe überall heraussteche und auffalle. Auch wenn ich mich selbst nicht als „anders“ fühlte, wurde ich durch meine äußere Erscheinung als anders gesehen, weshalb mir oft hinterhergerufen wurde, ich angesprochen und kategorisiert wurde und einfach auffiel und viel Aufmerksamkeit bekam. Daraus folgten auch die vielen Heiratsanträge und die Bitte, meine Nummer herauszugeben oder jemanden mit nach Deutschland zu nehmen. Auf der Straße anhalten und mit irgendwelchen Menschen reden, die ich nicht kenne, mich gegebenenfalls zu ihnen setzen. Das sind alles Situationen, die am Anfang sehr ungewohnt – aber trotzdem schön für mich waren und es ist mir nicht schwer gefallen, dass zu akzeptieren und zu adaptieren. Ich liebe es, Neues kennenzulernen und zu erforschen, mich auf mir fremde Dinge einzulassen, weshalb ich diese Herausforderung mit viel Enthusiasmus angegangen bin.

Gastfamilie und Freunde

Was mir zu Beginn hingegen schwerer gefallen ist, war meine Rolle in meiner Familie. Als ältestes Kind und Mädchen war klar, dass ich gewisse Aufgaben im Haushalt übernehmen sollte, beim Kochen, Waschen und Putzen helfe, die Kinder bei den Hausaufgaben unterstütze etc. Morgens vor der Schule einmal den Flur wischen, sobald wir nach Hause kommen, gemeinsam mit meiner Mutter kochen, dann Hausaufgaben machen und danach müde ins Bett fallen. Zu Beginn war das alles sehr viel für mich, aber auch daran habe ich mich gewöhnt und habe die Abläufe mit der Zeit auch eigenständiger gestaltet.
 
Im Laufe des Jahres habe ich dann auch immer mehr Verantwortung im Haus übernommen und zugesprochen bekommen, was ein gutes Gefühl und ein Zeichen von Vertrauen für mich war. Dadurch, dass ich mich in meiner Familie sehr wohl gefühlt habe, habe ich viel und gerne Zeit mit ihnen verbracht. Dementsprechend hatte ich weniger Kontakt mit Gleichaltrigen, auch meine Kollegen in der Schule waren alle ein ganzes Stück älter als ich und meine Freunde, mit denen ich mich öfter getroffen und Dinge unternommen habe, waren alle deutlich älter als ich. Das hat mich allerdings überhaupt nicht gestört, ich habe die Zeit mit den Leuten, die mich umgaben, sehr genossen. Ich habe mich eher schwer getan, mit Leuten in meinem Alter einen gemeinsamen Nenner zu finden, die Interessen lagen bei den meisten, die ich getroffen habe, recht weit auseinander. So ist es mir auch schwer gefallen, ein für mich gutes und entspanntes Verhältnis zu meiner älteren Gastschwester aufzubauen, die immer nur in den Ferien heim kam. Unser Gesprächsstoff war immer schnell erschöpft und die Themen, die uns beschäftigten, waren sehr verschieden.

Meine Einsatzstelle

Gearbeitet habe ich in einer Grundschule. Mein Alltag dort war sehr entspannt, ich hatte nur wenig festgelegte Aufgaben und konnte überwiegend frei entscheiden, was ich gerne machen würde, hatte viel Gestaltungsmöglichkeiten. Die Aufgabe, die ich dabei übernommen habe, waren hauptsächlich das Unterrichten von Mathematik. Hier hätte ich mit der Zeit mehrere Klassen übernehmen können, doch ich habe es bei einer belassen. Zwar hatte ich dadurch ein sehr geringes Arbeitspensum von drei Unterrichtsstunden in der Woche, das Unterrichten ist mir aber lange Zeit extrem schwer gefallen. Ich hatte sehr damit zu kämpfen, die Schülerinnen und Schüler in meiner Klasse unter Kontrolle zu halten – wirksame Methoden zu finden, die ich alternativ zu dem in der Schule üblichen Schlagen mit dem Stock verwenden könnte. Hier hätte ich mir im Vornherein auch eine bessere Vorbereitung durch AFS gewünscht, da die meisten Leute aus unserer Gruppe (Ghana, Kenia, Südafrika) in Lehreinrichtungen untergekommen sind, wäre es meiner Ansicht nach sinnvoll gewesen, dieses Thema ausführlicher zu besprechen und über Lehr- und Bestrafungsmethoden zu diskutieren. Darüber hinaus habe ich mich überflüssig gefühlt, es gab durchaus einen Lehrer, der für diesen Unterricht verantwortlich war, diesem habe ich dann sozusagen die Arbeit abgenommen und hinzu kam, dass ich nicht das Gefühl hatte, dass die Schüler*innen etwas aus meinem Unterricht mitnehmen und ich empfand meine Tätigkeit somit eher als destruktiv. Zwar konnte ich mich immer, wenn ich Hilfe benötigt habe, entweder an den Mathelehrer selbst, oder auch an jede andere der Lehrkräfte wenden, die mir meistens bereitwillig geholfen haben – trotzdem hat mich das Unterrichten sehr überfordert.
 
Ich hatte in meiner Bewerbung bei AFS angegeben, dass ich mir vorstellen kann, in jedem Bereich zu arbeiten, solange ich nicht als Lehrer eingesetzt werde. Dass ich dann trotzdem als Mathelehrerin an einer Schule lande, war für mich zu Beginn schwer zu akzeptieren. Wenn ich jetzt allerdings darauf zurückblicke, bin ich sehr froh, dass alles so gekommen ist. Ich bin an dieser Aufgabe sehr gewachsen und habe viel dabei gelernt. Was ich für mich selbst am meisten mitnehmen kann, ist, dass ich in etwas so hineinwachsen und es so gestalten kann, dass es mir richtig Spaß macht, auch wenn ich lange sehr damit hadere und denke, diese Aufgabe wäre gar nichts für mich und ich würde es auch niemals nach meinen eigenen Ansprüchen schaffen. Das Unterrichten wurde im Laufe der Zeit besser, aber erst die letzten zwei, drei Monate waren so, dass ich mich in meinem Projekt richtig wohl gefühlt habe, und vor allem auch im Unterricht gemerkt habe, dass die Schüler mich verstehen und etwas lernen. Aber selbst darauf kann ich jetzt stolz sein.
 
Neben dem Unterricht habe ich viel Zeit mit meinen Schülerinnen und Schülern in den Pausen verbracht und wir haben in Spielen und Gesprächen viel voneinander lernen können. Die ersten paar Monate haben die Kinder mir verschiedene Spiele und Gesänge beigebracht, später habe ich ihnen Tänze und Gesänge gezeigt, die ich aus Deutschland kannte oder auch mal die Pausen genutzt, um Einzelnen bei Bedarf den Unterrichtsstoff noch einmal zu erklären.
 
Mein Arbeitsweg war nicht weit, zur Schule bin ich meistens mit meiner Familie gemeinsam etwa zehn Minuten im Auto gefahren, zurück entweder mit dem Taxi, zu Fuß, wieder im Auto mit der Familie, ab und zu habe ich auch das Fahrrad genommen. In meiner Gastfamilie habe ich mich sehr wohl gefühlt, sie haben von Anfang an ihr Bestes gegeben, um mich möglichst schnell in die Familie zu integrieren und mir das Gefühl zu übermitteln, dazuzugehören. Zu Beginn hat mich das teilweise, wie vorher schon mal beschrieben, überfordert, trotzdem wusste ich es sehr zu schätzen.
 
Im Laufe der Zeit hat sich dann die Mischung aus den Erwartungen meiner Familie und meinen eigenen Bedürfnissen eingependelt, ich habe gespürt, wie unser Verhältnis immer enger und offener wurde und ich von allen, besonders von meinem Gastvater, sehr viel Vertrauen bekommen habe, das hat mich sehr gerührt und gefreut. Gerade das Verhältnis zu meinem Gastvater war für mich zu Beginn sehr schwer. Ich konnte ihn nicht wirklich einschätzen, seine starke Religiosität und die strenge Rollenverteilung in der Familie haben mich zu Beginn eher befremdet. Umso mehr bedeutet es mir, dass wir jetzt zum Ende hin ein sehr enges Verhältnis aufgebaut haben, dass auf viel Vertrauen und Respekt basiert.
 
Auch sehr gefreut hat mich zu sehen, wie sich meine Geschwister mir immer mehr öffnen, zu ihnen habe ich am Ende ebenfalls eine sehr enge Bindung gehabt. Dementsprechend schwer ist mir der Abschied gefallen. Ich bin zwar nach wie vor viel in Kontakt mit ihnen und habe auch vor, sie innerhalb der nächsten Jahre noch einmal zu besuchen. Trotzdem weiß ich, dass es nie mehr so sein wird, wie es in diesem Jahr war. Ich werde nicht mehr jeden Morgen das Frühstück richten, wenn ich früher heimkomme, nachmittags schon mal anfangen zu kochen und abends bis tief in die Nacht gemeinsam Hausaufgaben machen oder Karten spielen. Auch wenn sie mich immer als Teil der Familie willkommen heißen werden, ist und bleibt es einfach etwas anderes.

Betreuung durch AFS

Mit der Betreuung durch AFS in Ghana war ich sehr zufrieden. Das Büro hat sich der Hauptstadt Accra befunden, in Sunyani wurden wir durch Franklin, den Koordinator des „AFS Sunyani Chapters“, betreut, der gleichzeitig auch mein Schulleiter war. Dadurch hatte ich viel Kontakt zu ihm, bei Problemen etc. war er immer erreichbar für mich und hat versucht, zu vermitteln. Er hat also quasi als meine Kontaktperson fungiert, auch wenn diese eigentlich jemand anders hätte sein sollen. Mit der Person selbst hatte ich allerdings erst nach vier Monaten das erste Mal Kontakt, und dann auch nur noch ein, zwei Mal im restlichen Jahr. Da ich aber eben viel Kontakt mit Franklin hatte, und ich auch nie wirklich schwerwiegende Probleme hatte, hat das keine Schwierigkeit für mich dargestellt. In meiner Familie habe ich mich sehr gut eingelebt und aufgehoben gefühlt, kleinere Unstimmigkeiten konnten wir gut untereinander klären und hatten nie das Bedürfnis, uns an jemand Außenstehenden zu wenden.
 
Ansonsten waren für mich auch meine Mitfreiwilligen immer eine gute Anlaufstelle bei kleineren Problemen beziehungsweise Irritationen. Zu dem Büro in Accra hatte ich neben den Seminaren aus verschiedenen Gründen regelmäßig Kontakt, auch hier habe ich mich sehr gut betreut gefühlt. Die Verantwortlichen waren immer gut erreichbar und haben schnell reagiert und mich immer unterstützt, wenn ich es brauchte. Durch die Seminare hatten wir als Gruppe ein sehr freundschaftliches Verhältnis zu den AFSern. Sowohl die Seminare in Deutschland (Vor- und Nachbereitung) als auch die in Ghana (On-arrival, Mid stay & End-of-stay) behalte ich alle als sehr positiv in Erinnerung, inhaltlich und atmosphärisch waren alle Seminare super und haben auch einen guten Rahmen geboten über Erlebtes, Sorgen und Ängste zu reden.
 
Der Kontakt zu AFS Deutschland hat auch das Jahr über gut funktioniert. Es war zwar etwas verwirrend, dass sich die Ansprechperson durch Elternzeit, Urlaub etc. ständig geändert hat, da habe ich irgendwann ein bisschen den Durchblick verloren, aber das war ein zu lösendes Problem. Es kam trotzdem meistens sehr direkt und zuverlässig Rückmeldung.

Sprache und Kommunikation

Da Ghana eine britische Kolonie war, ist die Amtssprache in Ghana Englisch. Neben Englisch gibt es allerdings noch über 100 lokale Sprachen, die in unterschiedlichen Teilen des Landes gesprochen werden. Darunter gibt es nochmal eine „Hauptsprache“, Twi genannt, die fast überall im Land verstanden wird. Ich hatte das Glück, dass Sunyani Twi-Region war. Somit konnte ich in weiten Teilen des Landes die neu gelernte Sprache anwenden. Das meiste lief natürlich trotzdem auf Englisch ab, gerade in der Schule war es auch erwünscht, mit den Schülerinnen und Schülern auf Englisch zu kommunizieren. Doch obwohl mein Level in Englisch schon zu Beginn recht gut war, war die Kommunikation nicht immer einfach. Die Aussprache und teilweise die Verwendung des Vokabulars hat sich in weiten Teilen stark zu meinem Sprachgebrauch unterschieden. Zu Beginn hat das des öfteren zu Missverständnissen in der Kommunikation geführt, in der Schule war ein erschwerender Faktor, dass die Kinder selber erst am Englischlernen waren. Wenn es im Unterricht zu Missverständnissen kam, sind häufig entweder diejenigen Schüler*innen, die besser Englisch gesprochen haben, oder auch andere Lehrer*innen zum Dolmetschen eingesprungen.
 
Auf diese Hilfe waren wir mit der Zeit allerdings immer weniger angewiesen, zum einen, da ich mich bemüht habe, Ausspracheregeln zu adaptieren, zum anderen haben wir uns nach und nach besser aufeinander einstellen können, das betrifft natürlich nur Leute, mit denen ich über einen längeren Zeitraum zu tun hatte. Für Personen, die ich auf der Straße getroffen habe, stimmt das logischerweise nicht. Gerade auf dem Markt hat es mir immer wieder geholfen, dass ich Stück für Stück versucht habe, Twi zu lernen. Gar nicht unbedingt wegen der Notwendigkeit zur Kommunikation, sondern einfach, weil es zu viel Freude aller Beteiligten und vielen lustigen Unterhaltungen und Situationen geführt hat.
 
Wenn ich jetzt auf das Jahr zurückschaue, bin ich sehr dankbar, dass ich all diese Erfahrungen machen durfte und behalte es als äußerst positiv in Erinnerung. Nicht alles war gut, es gab viele Phasen und Situationen, in den ich große Schwierigkeiten hatte, aber noch mehr Positives, was ich daraus mitnehmen konnte. Ich denke, gerade diese sind die Momente, in denen ich am meisten gelernt habe. Ich möchte nicht behaupten, dass ich selbst mich in dem Jahr verändert habe, sondern viel eher, dass ich es in meiner Persönlichkeit jetzt schaffe, bestimmte Eigenschaften mehr hervorzubringen, während ich andere eher zurückstellen kann. So bin ich mit Sicherheit offener, aufgeschlossener, im öffentlichen Aufritt sehr viel selbstsicherer geworden. Meine Ansichten haben sich nicht gewandelt, sondern vielmehr habe ich meinen Horizont erweitert durch die vielen Erfahrungen, die ich seit den Vorbereitungsseminaren gesammelt habe, durch die vielen verschiedenen Menschen, die ich getroffen, die Diskussionen, die ich geführt und die anregenden Denkanstöße, die ich bekommen habe.

Entwicklungszusammenarbeit und Globales Lernen

Es fällt mir schwer, mich daran zurückzuerinnern, welche Bilder ich vor gut einem Jahr noch im Kopf hatte, wie ich über  Afrika geredet und über Entwicklungshilfe gedacht habe. Globales Lernen bedeutet für mich, ein Verständnis füreinander zu entwickeln, dafür, wie etwas in anderen Kulturen der Welt abläuft, auch mal einen Perspektivwechsel zu wagen und Dinge von verschiedenen Seiten zu beleuchten. Lernprozesse sind nicht nur in sogenannten „Entwicklungsländern“ nötig, sondern vielmehr gerade auch in Ländern des globalen Nordens, um ein größeres Verständnis für abweichende Lebensformen zu entwickeln, einseitige, durch bestimmte Berichterstattung beeinflusste Bilder in den Köpfen aufzulösen und es somit zu schaffen, auf einer Augenhöhe zusammenzuarbeiten. Dieses Jahr hat mich in genau diesem Lernprozess sehr stark vorangetrieben, jetzt sehe ich es als meine Aufgabe, nicht nur diesen Prozess für mich selbst weiterzuführen, sondern auch Menschen, die nicht solche Erfahrungen wie ich machen durften, an diesem Prozess teilhaben zu lassen. Durch das Teilen meiner Erfahrungen hoffe ich zu einer solidarischeren und gerechteren Welt beizutragen.