Einmalige Rückholaktion: Ein Flugzeug voller AFSer*innen
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Einmalige Rückholaktion: Ein Flugzeug voller AFSer*innen

AFS chartert Flugzeug und bringt über 300 Austauschschülerinnen und -schüler aus den USA zurück nach Europa

Frankfurt, 2. April. Aufgrund der Covid-19-Pandemie haben wir bereits Mitte März entschieden, alle laufenden Programme im In- und Ausland zu beenden und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zurück in ihre Heimatländer zu bringen. Diese Situation stellt unsere Organisation vor unterschiedliche Herausforderungen.

 

Weil viele Flüge verschoben und gestrichen wurden, haben wir jetzt gemeinsam mit unseren Partnern eine Lösung gefunden, die bisher in der Geschichte von AFS einmalig ist. Gemeinsam charterten wir ein Flugzeug, das mit 300 Jugendlichen aus den USA nach Europa geflogen ist. Nach einem Zwischenstopp in Kopenhagen sind am Dienstagnachmittag auch die 200 deutschen AFSer*innen damit jetzt sicher in Frankfurt gelandet.

 

Ehrenamtliche kümmern sich vor Ort um die Jugendlichen

Am Frankfurter Flughafen wartete neben vielen Familien auch Johannes (28), ehrenamtlicher Mitarbeiter  und ehemaliger AFS-Austauschschüler, auf das Flugzeug mit der Flugnummer HFY 521. „Die Eltern waren teilweise von weit her angereist, um ihre Kinder in Frankfurt abzuholen", sagt er. "Sie waren glücklich darüber, dass ehrenamtliche Mitarbeiter des Vereins auch vor Ort waren.”

 

Außerdem war die Polizei vor Ort. So konnte ein zu großer Andrang in der Willkommenshalle des Airports vermieden werden. Johannes empfand die Aktion insgesamt als sehr positiv: „Es war bemerkenswert, wie sich alle Beteiligten an Sicherheitsabstände hielten. Das Wiedersehen zwischen den Jugendlichen und Ihren Familien war sehr schön und von glücklichen Emotionen geprägt”, sagt er.

 

Montagabend ging es in Chicago los

Das von AFS gecharterte Flugzeug startete Montagabend in Chicago O’Hare und erreichte am gestrigen Dienstag um 16:00 Uhr den Frankfurter Flughafen. Die Austauschschülerinnen und Austauschschüler reisten aus unterschiedlichen US-Bundesstaaten nach Chicago, um von dort aus ihre Rückreise anzutreten.

 

Die Maschine legte erst einen Zwischenstopp in Kopenhagen ein, damit Jugendliche aus skandinavischen Ländern von dort aus weiter in ihre Heimat reisen können. Jugendliche aus Dänemark, Deutschland, den Niederlanden, Norwegen, Schweden und der Schweiz waren mit an Bord. Rund 200 der jungen Passagiere kamen aus Deutschland.

 

Seit zwei Wochen ohne Pause im Einsatz

Seit dem Beschluss unternehmen wir bei AFS alles in unserer Macht Stehende, damit alle Jugendlichen zurück in ihre Heimat gelangen können. „Die Entscheidung, unsere Programme abzubrechen, ist uns unglaublich schwergefallen und wir haben sie erst nach langem Abwägen aller Optionen getroffen", sagt Anne Dewitz, die verantwortlich für die Entsendeabteilung ist. "Wir glauben, dass die Jugendlichen momentan am besten bei ihren Familien aufgehoben sind.“

 

Seit zwei Wochen arbeiten Dewitz und ihr Team ununterbrochen daran, für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer weltweit Rückflüge zu organisieren. Bei vielen Ländern ein schwieriges Unterfangen: „In den letzten Wochen erlebten wir quasi stündlich Streichung von Flugverbindungen aus den USA nach Europa. Und 200 deutsche Schüler sind nicht einfach in einer anderen Maschine untergebracht, wenn es ohnehin wenige Flüge gibt”, sagt Dewitz.

 

Enger Kontakt mit Ämtern und der deutschen Vertretung der USA

AFS stand in engem Kontakt mit deutschen Vertretungen in den Vereinigten Staaten und dem Auswärtigen Amt. Alle Jugendlichen wurden nach der weltweiten Reisewarnung des Auswärtigen Amtes dort elektronisch registriert, um für Rückholaktionen erfasst zu sein.

 

Gleichzeitig haben wir zusammen mit AFS USA und weiteren europäischen AFS-Partnern an der Idee gearbeitet, ein Flugzeug zu chartern. Am vergangenen Mittwoch kam schließlich die Nachricht, dass es mit der Option einer gesammelten Rückreise klappen würde. Eine Erleichterung.

 

Jetzt erst einmal zwei Wochen in Quarantäne

Nach der Landung wurden die Schülerinnen und Schüler von Ehrenamtlichen in Empfang genommen und zum Fernbahnhof am Flughafen gebracht, sodass sie sicher nach Hause gelangen. Die Jugendlichen konnten mit ihrem Boardingpass von Frankfurt weiter mit der Deutschen Bahn in ihre Heimatstädte reisen. Andere wurden von ihren Familien abgeholt. Für die meisten von ihnen geht es jetzt zwei Wochen zu Hause in Quarantäne.

 

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