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Erfolgreicher Auftakt für das Projekt Normal ist die Vielfalt

Die Netzwerkstatt zur Interkulturellen Bildung in der Arbeit mit Geflüchteten

Zum Auftakt von Normal ist die Vielfalt fand am Samstag, den 4. Juni 2016, die Netzwerkstatt zum Thema Interkulturelle Bildung in der Arbeit mit Geflüchteten statt. In der Stadtteilschule Horn diskutierten dabei über 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus unterschiedlichen Bereichen der Arbeit mit Geflüchteten. Die Herausforderungen und Chancen der interkulturellen Arbeit speziell mit jungen Menschen mit Fluchthintergrund in Hamburg, die eine Ausbildung oder ein Studium anstreben, wurden aus vielen Blickwinkeln beleuchtet. Dabei nahmen mehr als 20 Initiativen aus der Arbeit mit Geflüchteten in Hamburg teil, darüber hinaus Lehrinnen und Lehrer von beruflichen Schulen in Hamburg und Lernbegleiterinnen und Lernbegleiter des Projekts Normal ist die Vielfalt.

Begrüßt wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmervon von Birgit Kruse als Vertreterin des Hamburger Instituts für politische Bildung (HIBB), Mick Petersmann, Geschäftsführer von AFS und Manuel Gerstner, Geschäftsführer von InterCultur. Als prominenter Impulsgeber sprach Jan Pörksen, Staatsrat der Hamburger Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration und Mitglied des AFS-Kuratoriums. Anschließend wurde die Diskussionsrunde durch Moderator Ulrich Zeutschel eröffnet. An sieben Thementischen wurde in kleineren Gruppen diskutiert. Impulsgeber und Experten waren dabei Vertreterinnen und Vertreter aus der Bildungsarbeit mit Geflüchteten: Freda von der Decken (Programm JOBLINGE Kompass), Katarzyna Rogacka-Michels und Hakim Chohbishat (Arbeitsgemeinschaft selbstständiger Migranten, ASM e.V.), Foroozandeh Heidari (Kulturmittlerin und Vertreterin des Interkulturellen Netzwerkes von Bildungsbeauftragten aus Migrantenorganisationen in Hamburg), Franziska Voges (passage gGmbH), Dagmar Overbeck (Human @ Human e.V.), Lea Wünsche und Mira-Kristin Rolke (AFS Freiwilligendienste), und Frau Ahmadi (HIBB). Aus den intensiven und konstruktiven Gesprächen konnten viele Erkenntnise gesammelt werden.

Die erste Diskussionsrunde drehte sich um das Thema Bedarfsanalyse: Wo liegen die größten Hürden bei der Unterstützung für Geflüchtete auf dem Weg zu Ausbildung und Beruf? Unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern herrschte Einigkeit darüber, dass die komplizierten rechtlichen Rahmenbedingungen und oft widersprüchliche bürokratische Regelungen wesentliche Integrationshemmnisse darstellen. In einer zweiten Diskussionsrunde tauschten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über Best-Practice-Beispiele aus. Als ein zukunftsweisendes Modell wurden die AvM-Dual-Klassen (Arbeitsvorbereitung für Migrantinnen und Migranten) genannt. Das Konzept wird seit diesem Jahr flächendeckend umgesetzt und bietet Jugendlichen mit Fluchthintergrund im Alter zwischen 16 und 18 nicht nur intensiven Deutschunterricht, sondern auch erste Kontakte in die Arbeitswelt über Betriebspraktika. Auch der von der Handwerkskammer initiierte "Marktplatz der Begegegnungen" wurde als wichtige Kontaktfläche zwischen Geflüchteten und Betrieben hervorgehoben. Abschließend wurden Konzepte für eine bessere Inklusion entwickelt. Eine wichtige Rolle spielte in den diskutierten Konzepten die Stärkung der Rolle von interkultureller Bildung und interkulturellem Lernen: die Einbindung verschiedener Erfahrungshintergründe bei der täglichen Arbeit mit Geflüchteten, das kritische Reflektieren von kulturellen Differenzen, die Sensibilisierung für Unterschiede, aber vor allem auch für die Gemeinsamkeiten, die oft von scheinbar unüberbrückbaren Differenzen verdeckt werden.

Als optionales Zusatzangebot für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Netzwerkstatt fand am Nachmittag ein Workshop zum Thema Interkulturelle Bildung am Arbeitsplatz statt. Hier konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Einblick in die praktische Arbeit von InterCultur in der interkulturellen Bildung gewinnen und auf die tägliche Arbeit übertragbare Übungen zum interkulturellen Dialog ausprobieren.

Zum Projekt Normal ist die Vielfalt

Normal ist die Vielfalt ist ein Projekt von AFS Interkulturelle Begegnungen e.V. in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Institut für berufliche Bildung, implementiert durch die gemeinnützige AFS-Tochtergesellschaft InterCultur gGmbH. Es wird durch die Bundeszentrale für politische Bildung gefördert. Im Rahmen des Projekts qualifiziert InterCultur Lernbegleiterinnen und Lernbegleiter für die Arbeit mit jungen Menschen mit Fluchthintergrund im Alter von 16 bis 18 Jahren an zehn beruflichen Schulen in Hamburg. An den Schulen agieren sie als Katalysatoren und Ansprechpartner für Schülerinnen und Schüler mit Fluchtgeschichte und trainieren mit ihnen die interkulturelle Kommunikation.

Möchten Sie Lernbegleiterin/Lernbegleiter im Projekt Normal ist die Vielfalt werden, oder haben Sie weitere Fragen dazu? Dann schreiben Sie uns einfach: kontakt@nidv.de.

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