• Kontakt
  • Facebook
  • Twitter
  • Youtube
  • Blogger

„Ich bin neu hier, ich möchte Beziehungen mit Menschen in Deutschland aufbauen“

Marcus Weinberg, Familienpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Deutschen Bundestag, hat die Einrichtung Hanseatic Help e.V. besucht und sich so einen eigenen Eindruck über das Programm "Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug" (BFDmF) gemacht. Das Programm soll Ende 2018 auslaufen. AFS und andere Organsitationen im Arbeitskreis Lernen und Helfen in Übersee (AKLHÜ) setzen sich für eine Überführung in den Regel-Bundesfreiwilligendienst (BFD) ein.

Marcus Weinberg (CDU) bei Hanseatic Help e.V. - Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug (BFDmF)

„Wir sind neu hier, Geld bringt nur kurzfristig etwas, mir ist wichtig etwas zu geben, Beziehungen aufzubauen und die deutsche Sprache zu lernen.“ So beantwortet Taisir Helwani aus Syrien seine Motivation für einen Freiwilligendienst bei der Hamburger Einrichtung Hanseatic Help e.V. Er engagiert sich bei der mit vielen Preisen ausgezeichneten sozialen Einrichtung als einer von deutschlandweit über 4000 Geflüchteten im Sonderprogramm Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug (BFDmF).

Am 21. Juni traf Marcus Weinberg, Familien- und Jugendpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Bundestag, Bundestagsabgeordneter der CDU in Hamburg-Altona, mit Taisir und Vertreter*innen von Hanseatic Help, der Diakonie, des Internationalen Bundes sowie von Bundesverbänden zusammen. Sie sprachen über die individuellen Erfahrungen und Chancen des inklusiven Freiwilligendienstes in Altona. „Es ist beeindruckend, wie der BFDmF in der Gesellschaft Begegnungen ermöglicht“, so Weinberg. „Ich freue mich, dass bei Hanseatic Help Strukturen aufgebaut wurden, um Geflüchteten über einen Freiwilligendienst Angebote zu machen.“

Engagement wird sich langfristig auszahlen

Taisir unterstützt die ehrenamtlichen Helfer*innen bei der Annahme, Sortierung, Verpackung und Versand von gespendeten Waren für Bedürftige. Für Taisir ist der Freiwilligendienst nicht nur eine Tätigkeit, sondern die Menschen dort sind für ihn auch ein Familienersatz. Seine Familie lebt in Damaskus, Syrien. „Ich habe etwas gesucht, wo ich helfen kann, Menschen treffe und bin froh hier zu sein“, erzählt er. Seine Freunde aus Syrien verstehen ihn teilweise nicht, warum er etwas macht, wo er nur ein Taschengeld bekommt. Er ist sich sicher, dass sein Engagement sich langfristig auszahlen wird.

Mine Lavas, Freiwilligenkoordinatorin bei Hanseatic Help, fügt hinzu: „Wir freuen uns, dass Taisir nun schon seit sieben Monate bei uns ist. Vor allem ist es toll, ihn bei seiner Entwicklung zu begleiten.“ Zu Beginn war die Verständigung nur mit wenigen Worten möglich. Jetzt, so sagt Taisir, „kann er viel verstehen und wird von allen verstanden“. Dabei ist ein Lächeln für ihn immer die beste Unterstützung gewesen.

Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug (BFDmF) wirkt!

Für Corinna Walter Vorstandsmitglied von Hanseatic Help, zeigen sich jetzt die Wirkungen des Dienstes von Taisir und anderen Geflüchteten als Freiwillige. Zu Beginn haben wir viel Überzeugungsarbeit leisten müssen, um Menschen zu bewegen einen Freiwilligendienst zu machen. „Jetzt rufen Leute an und sagen, dass sie Taisir kennen und sich gerne bei uns engagieren wollen.“

Koordiniert wird der Freiwilligendienst vom Träger AFS Interkulturelle Begegnungen e.V. Janina Alff, Ansprechpartnerin für die Freiwilligen und Einrichtungen, sieht einen weiteren Mehrwert des Dienstes darin, dass die Teilnehmenden sich persönlich weiterentwickeln und aus ihrer Isolation herauskommen können. Zudem „finden Begegnungen zwischen Menschen aus Deutschland und Geflüchteten an Orten statt, wo es sonst wenig Berührungspunkte zwischen beiden Gruppen gibt.“ Dirk Hennig, Bundesvorsitzender der ökologischen Freiwilligendienste, hebt am Ende hervor, dass es bei vielen Träger wie AFS zwei Jahre gebraucht hat, bis sie integrative Strukturen für Geflüchtete aufgebaut haben“. Wenn jetzt die Mittel wieder gestrichen würden, „besteht die Gefahr, dass die Strukturen wieder in sich zusammenfallen“.

Weinberg: Inklusiver Ansatz fördert gesellschaftlichen Zusammenhalt

Marcus Weinberg ist erfreut, vor Ort zu erleben, wie der inklusive Freiwilligendienst angenommen wurde. Er kann sich vorstellen, dass auch die Bundeskanzlerin Interesse an der Thematik hat. „Vor allem weil der inklusive Freiwilligendienst den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördert. Er wird sich auf Bundesebene für eine Weiterentwicklung des Bundesfreiwilligendienstes einsetzen.

Taisir wird noch bis zum Herbst 2018 seinen Freiwilligendienst machen. Vor ein paar Tagen hat er eine Bewerbung für eine Ausbildung als KFZ-Mechatroniker zu Mercedes geschickt. Jetzt heißt es Daumen drücken.

Das bundesweite Sonderprogramm BFDmF läuft Ende 2018 aus. Die verbandlichen Zentralstellen fordern eine Integration der Mittel in den Regel-BFD und das Regel FSJ/FÖJ, um weiterhin inklusive Freiwilligendienste für Geflüchtete und andere Zielgruppen anzubieten. (TS)

Pressekontakt und Koordination für weitere Informationen: Zentralstellen im Bundesfreiwilligendienst, AKLHÜ e.V. Netzwerk und Fachstelle für internationale personelle Zusammenarbeit, Tore Süßenguth, suessenguth@entwicklungsdienst.de, 0228/90 899 24 - www.entwicklungsdienst.de

Personen auf dem Gruppenbild von links:

Marcus Weinberg (CDU) Familienpolitischer Sprecher CDU-Fraktion

Mine Lavas Freiwilligenkoordinatorin - Hanseatic Help e.V

Olav Homburg Internationaler Bund Hamburg

Dirk Henning Vorstand Förderverein Ökologische Freiwilligendienste (FÖF) e.V. /ÖBFD 

Janina Alff Koordinatorin BFDmF AFS Interkulturelle Begegnungen e.V.

Taisir Helwani Freiwilliger aus Syrien im BFDmF

Tore Süßenguth Fachbereich Incoming AKLHÜ

Theresa Hühnerbein Bereich Freiwilliges Engagement, Diakonisches Werk Hamburg

Corinna Walter Vorstand - Hanseatic Help e.V.

Zurück