Soziales Engagement: Freiwillige in Indien startet Initiative zu Plastik-Upcycling
  • Kontakt
  • Facebook
  • Twitter
  • Youtube
  • Blogger

Soziales Engagement: Freiwillige in Indien startet Initiative zu Plastik-Upcycling

Freiwillige in Indien startet Initiative zu Plastik-Upcycling

Biologisch nicht abbaubarer Müll, der in Form von Mikroplastik in vielen Fällen sogar in unserem eigenen Organismus landet, ist ein Problem, dem man fast überall auf der Welt begegnet, so auch in Indien. Anfang Oktober letzten Jahres sollte hier ein Gesetz zum Plastikverbot verabschiedet werden. Die Regierung machte jedoch im letzten Moment eine Kehrtwendung.

Ida Nitsche aus Karlsruhe kennt die Plastik-Problematik in Indien. 2017 leistete die 21-Jährige hier mit AFS und weltwärts einen Freiwilligendienst im sozialen Bereich. „Ich habe mich in meiner Zeit in Indien oft gefragt, was ich hier am liebsten ändern würde, wenn ich könnte und habe sofort an Müll gedacht“, sagt Ida. Bei ihren Recherchen stieß sie auf ein Projekt namens „Ecobricks“ auf den Philippinen, das passender hätte nicht sein können. Ecobricks sind Plastikflaschen, die so kompakt mit nicht abbaubaren Müll gefüllt werden, bis sie hart wie Stein werden und als Baustoff vielseitig einsetzbar sind.


An der Ansar School in ihrer Ortschaft Bajpe mobilisierte die damals 19-jährige Schülerinnen und Schüler von der fünften bis zur 12. Klasse. Sie sollten jeweils eine mit Müll befüllte Flasche, also einen Ecobrick, zur Schule mitbringen. Zusammen bauten sie dann innerhalb von zwei Wochen eine liebevoll verzierte Bank. Aus Lehm, Sand und den ökologischen Ziegelsteinen ist diese geschützt vor Wind und Wetter. Das Bauprojekt ist jedoch viel mehr als das sehenswerte Ergebnis: Es fördert nicht nur Gemeinschaftsgefühl und Selbstbewusstsein der Schülerinnen und Schüler, sondern regt zur Selbstreflexion an. „Die Herstellung eines Ecobricks ist natürlich um einiges zeitaufwendiger, als den Müll zu entsorgen. Man hält jedes Stück Plastik, das man produziert hat noch mehrmals in der Hand. Die Schüler werden dazu angeregt auf lange Sicht über ihre Verantwortung auf unserer Erde und ihren Fußabdruck nachzudenken“, sagt Ida.


Teilnehmerinnen und Teilnehmer wie Ida nehmen viele wertvolle Qualifikationen aus ihrem internationalen Einsatz mit. Sie lernen eine neue Kultur und Sprache kennen, erwerben interkulturelle Kompetenzen und leisten einen entscheidenden Beitrag zur Völkerverständigung. Einsatzfelder und Länder sind vielseitig: Englisch unterrichten in Thailand, Museumsführungen in Australien, Arbeit mit körperlich eingeschränkten Personen in Indien, Aufklärung zum Einsatz alternativer Energien in Kolumbien oder Organisation von Freizeitangeboten für Kinder und Senioren in Südafrika.

Zurück