Vom Gastschüler in den USA zum Initiator eines bedeutenden Stipendienprogramms - Ein Interview mit Frank Straub (USA 1963/64)
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Vom Gastschüler in den USA zum Initiator eines bedeutenden Stipendienprogramms - Ein Interview mit Frank Straub (USA 1963/64)

Frank Straub war 1963 / 1964 im Rahmen eines Schüleraustauschs in den USA und ist der Initiator eines der bedeutensten Stipendienprogramme, dem Blanc & Fischer Stipendium. Das Interview mit Frank Straub führte AFS Mitarbeiterin Andrea Weiss, die Fotos wurden uns freundlicherweise von der Blanc & Fischer Familienholding zur Verfügung gestellt.

 

Dein Austauschjahr liegt nunmehr 56 Jahre zurück. Hast du noch Kontakt zu deiner Gastfamilie?

 

Ja, habe ich tatsächlich! Mein Gastvater ist mit 102 Jahren gestorben, aber ich pflege weiterhin den Kontakt zu meiner Gastmutter sowie zu meinem Gastbruder. Ich bin jedes Jahr in den USA und besuche sie. Sogar meine Enkelkinder haben mich bereits auf diesen Reisen begleitet. Im nächsten Jahr kommt meine 13-jährige Enkeltochter mit. Wer weiß, vielleicht hält diese Verbindung ja auch über die Generationen hinweg.

 

 

Wie beurteilst du dein Austauschjahr rückblickend? Inwiefern hat es dich geprägt?

 

In meinem Leben war es das wichtigste, bedeutendste und erlebnisreichste Jahr, was ich je hatte. Ein unglaubliches Jahr, in dem ich so viel dazu gelernt und gesehen habe. Mein Horizont hat sich während der vielen Reisen, auf die meine Gastmutter mich mitgenommen hat, sehr geweitet. Ich war bereits in sehr jungen Jahren in Mexiko, Las Vegas, Disneyland und Palmsprings.

 

Ein Ereignis, das mir besonders in Erinnerung geblieben ist, war das Attentat auf John F. Kennedy, das sich am 22. November 1963 ereignet hatte. An meiner Schule, der Ramona High School, herrschte schlagartig ein Ausnahmezustand. Ich habe amerikanische Geschichte also hautnah miterlebt. In den Riverside News wurde sogar über mich und meine Reaktion auf dieses Attentat geschrieben.

 

Glaubst du, dass du heute da wärst, wo du bist, ohne dein Auslandsjahr?

 

Nein, ich wäre nicht da, wo ich heute bin! Zwar war meine Familie durch die unternehmerische Tätigkeit meines Großvaters schon immer international ausgerichtet, allerdings hat dieses Jahr Akzente gesetzt, ohne die manches nicht so gelaufen wäre.

 

Und dabei hat es mich und meinen Vater viel Überzeugungskraft gekostet, damit ich überhaupt mein Schuljahr in den USA antreten konnte. Meine Mutter wollte mich nämlich anfangs nicht ziehen lassen. (lacht)

 

 

Bis heute setzt du dich für AFS ein und unterstützt, wo du nur kannst. Du bist und warst als Spender sehr aktiv, hast dich 13 Jahre im AFS-Kuratorium eingebracht, und seit mittlerweile 15 Jahren läuft das Blanc & Fischer Stipendienprogramm, das du initiiert hast. Was ist das für ein Stipendium?

 

Das heutige Blanc & Fischer Stipendium startete ursprünglich als BLANCO Stipendium. Vor 10 Jahren kam die E.G.O. hinzu und mittlerweile partizipieren alle Mitarbeiterfamilien der gesamten Familienholding mit fünf Teilkonzernen von diesem Stipendium. Mit dem Stipendium fördern wir Mitarbeiterkinder, Schülerinnen und Schüler aus der Region sowie von unseren fünf Kooperationsschulen mit einem Teilstipendium für ein Schuljahr im Ausland.

 

 

Wie erfahren interessierte Familien von diesem Stipendium?

 

Wir schreiben das Stipendium jedes Jahr intern aus – national, wie international. AFS übernimmt die Ausschreibung an den Kooperationsschulen sowie die Bekanntmachung in der regionalen Presse. Interessierte wenden sich direkt an AFS. Die Auswahl der Stipendiatinnen und Stipendiaten erfolgt durch uns. Dabei beziehen wir in erster Linie die finanzielle Bedürftigkeit mit ein. Mittlerweile ist das Stipendienprogramm ein Selbstläufer.

 

 

Was hat dich bewogen, dieses Stipendium ins Leben zu rufen?

 

Seit meinem Auslandsjahr in den USA bin ich mit AFS innerlich verbunden. Für mich war dieses Jahr eine „experience of a lifetime“. Zudem spielte Chancengleichheit in meinem Leben schon immer eine große Rolle. Mir war und ist es ein Anliegen, Schülerinnen und Schüler finanziell bei ihrem Auslandsjahr zu unterstützen und ihnen somit die Möglichkeit zu geben, ebenfalls eine prägende Erfahrung zu machen.

 

Als Urheber und Gesellschaftsvertreter  nehme ich an den jährlichen Stipendienverleihungen teil, lerne die Hopees und Returnees kennen, sehe ihre Entwicklung innerhalb eines Jahres und höre spannende Geschichten aus deren Schuljahr im Ausland.

 

Ihr habt auch eine Idee für ein Stipendienprogramm oder möchtet eins ins Leben rufen?

 

Kommt gerne auf uns zu. Wir freuen uns auf euch und eure ersten Ideen.

 

Andrea Weiß, Andrea.Weiss@afs.de, Tel.: 040 399222-55, www.afs.de/stipendien

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