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Ganz typisch mit der Familie auf "Tur"

Nadine, Norwegen, 2010/11,

Ganz typisch mit der Familie auf "Tur"

Hei!

Am 22. August kam ich hier in meiner norwegischen Gastfamilie in Steinkjer an. Ich kannte noch niemanden und ich konnte auf Norwegisch gerade mal mein Alter und meinen Namen sagen, aber ich war einfach total glücklich endlich angekommen zu sein in Norwegen.

Jetzt nach nur vier Monaten spreche ich den ganzen Tag nur noch norwegisch und verstehe schon so gut wie alles. Ich habe Freunde in der Schule gefunden und bin schon fast ein Teil der Familie geworden. Alles hier ist schon Alltag geworden, und trotzdem erlebe ich immer wieder was Neues.

Die norwegische Schule ist viel entspannter

Doch zu Anfang musste ich mich erst einmal ziemlich umstellen. Die Schule ist ziemlich anders als in Deutschland. Wir haben hier jeden Tag erst um 15.30 Uhr Schulschluss. Ein ziemlich langer Schultag, aber die Schule ist hier viel entspannter als in Deutschland. Die Lehrer werden beim Vornamen angesprochen und geduzt und während des Unterrichts haben wir Schullaptops, die wir von der Schule umsonst ausleihen können. Bücher und Schreibsachen müssen wir aber trotzdem noch mitnehmen.

Außerdem gibt es hier auch keine Aufteilung in Gymnasium, Haupt- und Realschule, sondern alle gehen zusammen auf eine Schule. Allerdings kann man verschiedene Profile wählen. Ich mache hier „Studiespesialisering“, habe also fast die gleichen Fächer wie in Deutschland. In meiner Freizeit gehe ich zu einer Theatergruppe ins Jungendhaus in Steinkjer. Da werde ich auch eine Woche im Januar arbeiten. Außerdem gehe ich jeden Dienstag zum Fußballtraining. Noch haben wir Hallentraining, weil es viel zu kalt ist raus zu gehen.

Viel Schnee und Zeit zum Ski fahren

Apropos Wetter: wir haben jetzt Anfang Januar und es liegen draußen circa 60cm Schnee. Allerdings haben wir nur Temperaturen um die 0 Grad. Das ist relativ warm, wenn man bedenkt, dass wir im November schon mehr als minus 16 Grad hatten.

Aber bei so viel Schnee bin ich natürlich auch schon Ski gefahren. Ich glaube, ich kann behaupten, dass so gut wie jeder Norweger Skilaufen kann. Ich bin noch nie Ski gelaufen, bevor ich nach Norwegen gekommen bin. Ich habe es also erst hier gelernt. Aber nach dem zweiten Mal habe ich es eigentlich schon sehr gut hinbekommen und jetzt habe ich ja noch den ganzen Winter Zeit, meine Skikünste zu perfektionieren.

Ich freue mich auch schon riesig auf die Nationalmeisterschaft im Skispringen, die Mitte Januar hier in Steinkjer stattfinden soll. Zu Weihnachten habe ich eine Mütze von meiner Gastoma bekommen, die auch als Eintrittskarte für das Skispringen gilt.

Feste im Kreis der Familie

Ich habe im Allgemeinen ziemlich viele Weihnachtsgeschenke von meiner Gastfamilie bekommen, also von meinen Großeltern, von Onkels und Tanten und natürlich von meinen Eltern und meiner Schwester. Es war schon ein komisches Gefühl Weihnachten nicht zu Hause zu feiern. Aber es war auch spannend zu sehen, wie in einem anderen Land gefeiert wird. In Norwegen ist Weihnachten sehr traditionell. Es ist schon fest geplant, was an welchem Tag gegessen wird und man verbringt sehr viel Zeit mit der Familie.

Überhaupt finde ich, dass Norweger sehr viel Zeit mit der Familie verbringen. Wenn jemand Geburtstag hat, zum Beispiel, wird jedes Mal die ganze Familie zum Mittagessen eingeladen. Wir sind auf mindestens zwei Geburtstagen jeden Monat. Es ist immer sehr lustig, wenn alle zusammen sitzen und sich unterhalten.

Typisch norwegisch auf "Tur"

Aber ich freue mich auch jedes Mal, wenn wir im kleinen Familienkreis - meine Gasteltern, meine ein Jahr jüngere Gastschwester und ich - etwas unternehmen. Meistens gehen wir dann ganz typisch norwegisch auf „Tur“. Als es noch wärmer war, hieß das meistens Beeren pflücken gehen und jetzt im Winter, gehen wir dann eben Skilaufen, Schlittschuh fahren oder einfach nur mit dem Hund spazieren.

Am zweiten und dritten Weihnachtstag haben wir hier auch einen „Arkedag“ gemacht. Das heißt, dass ein paar aus der Familie zu Besuch waren und wir dann alle zusammen mit dem Schlitten den Berg runter gefahren sind. Mir hat das sehr viel Spaß gemacht.

Ich hoffe, ihr habt jetzt einen guten Eindruck von meinem norwegischen Leben bekommen.