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Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen!

Sebastian, Serbien und Montenegro, 2011/12,

Seit nun knapp zwei Monaten bin ich zurück in Deutschland. Von der 2 Millionenstadt Belgrad zurück ins beschauliche Saarbrücken. Die erste Umstellung kam schon direkt am Flughafen in Frankfurt auf mich zu. In Belgrad bei noch 35 Grad und strahlendem Sonnenschein gestartet, landete ich hier bei 19 Grad und Regen. Ich war heilfroh, dass ich meine Jacke wegen Platzmangels nicht mehr in den Koffer packen konnte und sie somit bei mir trug.

Abschied in Serbien

Der Abschied am Flughafen in Belgrad selbst fiel mir nicht so schwer wie gedacht. Ich hatte zwei letzte schöne Stunden mit meinem Gastvater und den zwei Brüdern und dann checkte ich schließlich mit den anderen andern AFSern ein. Aber dann in Frankfurt musste ich mich von einer in diesem Jahr sehr liebgewonnen Freundin verabschieden, von der es sehr unwahrscheinlich scheint, dass ich so schnell wiedersehe, da sie aus Neuseeland stammt. Aber eins habe ich in diesem Jahr gelernt, die Welt ist sehr klein und ich bin mir sicher, dass wir uns irgendwann einmal wiedersehen werden!

Wiedersehen in Deutschland

Meine Familie hier in Deutschland wiederzusehen, war ein tolles Gefühl. Am Tag meiner Ankunft kam die ganze Familie zu Besuch. Es war seltsam, diese ganzen alten, bekannten Gesichter wiederzusehen. Besonders freute ich mich darüber, meinen Opa wiederzusehen, weil ich zu ihm in diesem ganzen Jahr nur äußerst selten Kontakt hatte und ich mir, bevor ich gegangen war, nicht sicher gewesen bin, ob ich ihn denn wiedersehen würde.

Es kommt viel auf die eigene Einstellung an

Ich meldete mich direkt in Serbien bei meiner Familie, dass alles gut gelaufen sei, aber in diesem Moment konnte ich noch gar nicht richtig begreifen, dass das alles schon vorbei sein sollte. Mittlerweile komme ich damit klar und versuche dieses Erlebnis erstmal zu verarbeiten. Bisher konnte ich schon viele positive Schlüsse daraus ziehen. Es kommt viel auf die eigene Einstellung an, wie man an neue Aufgaben herangeht und neue Situationen annimmt. Wer mit einem Lächeln durch die Welt geht, wird oft mit einem Lächeln empfangen. Natürlich nicht von allen und in jeder Situation, aber doch in den meisten Fällen. Nach den knapp zwei Monaten die ich wieder hier bin, kann ich sagen, ich hab mich wieder eingelebt. Ich habe wieder den Kontakt zu meinen Freunden und Bekannten aufgenommen, habe meinen Platz in der Familie wieder eingenommen und besuche seit letzter Woche wieder die Schule.

Die serbische Schule ist ganz anders

Die deutsche Schulform unterscheidet sich grundlegend von der serbischen. In Serbien wird die Schule immer in einem Wochenrhythmus vormittags bzw. nachmittags besucht, weil es einfach zu wenige Schulgebäude für zu viele Schüler gibt. So ist selbst der Schulbesuch in Schichten eingeteilt. Ich selbst vermisse es jetzt schon den Nachmittagsunterricht, der immer erst um zwei Uhr begann ;). In Serbien wird viel, eigentlich alles, einfach auswendig gelernt und dann in der nächsten Stunde vor dem Lehrer vorgetragen. Es fehlt, wie ich finde, dass man sich Dinge selbst erarbeitet und so die Zusammenhänge besser versteht. Was ich allerdings als besser empfinde, ist die Dauer der „Grundschule“. Diese beträgt nämlich acht Jahre und danach wird erst entschieden, welche Schule das Kind besucht. Ich denke, so ist die Möglichkeit eher gegeben, auf die Interessen und Talente des Kindes einzugehen. Ich denke, eine Mischung dieser beiden Systeme wäre eine gute Schulform.

Die serbische Lebensart

Ich empfinde die serbische Lebensart im Gegensatz zur deutschen deutlich angenehmer. Wenn sich ein Konflikt aufbaut, wird dieser gleich gelöst und das auch mal lautstark. Aber danach ist das Problem gelöst und man kommuniziert wieder „normal“ miteinander. Ich habe die Serben als nicht nachtragend empfunden. In der Freizeit trifft man sich oft in Cafes oder lädt Freunde zu sich nach Hause ein. Dieser Aspekt fehlt mir etwas in Deutschland. Hier bleibt man in seiner freien Zeit doch lieber Zuhause und im Kreise der Familie, anstatt Bekanntschaften zu pflegen.

Ich habe in diesem Jahr viele verschiedene Dinge gelernt und glaube, ich bin selbst ein gutes Stück gereift. Ich habe meine Ansichtsweisen in gewissen Dingen geändert, aber ich denke die werden sich noch einige Male in meinem Leben ändern. Ich habe unglaubliche viele Menschen kennengelernt und möchte mich für ihre Unterstützung noch einmal recht herzlich bedanken!