Auslandsjahr USA Erfahrungsbericht von Amy
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"Ich kann die nächsten sieben Monate kaum erwarten."

Amy, USA, 2015, Schuljahr im Ausland

Nun bin ich schon seit knapp vier Monaten in den Vereinigten Staaten. Die Zeit vergeht so schnell. Mir kommt es vor, als sei es gestern gewesen, dass ich mit meinem Koffer aufgeregt am Flughafen gestanden habe und es kaum erwarten konnte, meine Gastfamilie endlich kennen zu lernen. Und jetzt fühle ich mich wie ein echtes Familienmitglied und Dinge, die mir zu Beginn neu waren, sind inzwischen zur Normalität geworden.

Wie das Abenteuer begann

Mein Flugzeug ist um 12.45 Uhr in Frankfurt gestartet. Es hat neuneinhalb Stunden gedauert bis wir endlich in Chicago angekommen sind. Dank meiner Aufregung und einer netten Dame neben mir verging die Zeit ziemlich schnell und ich konnte es kaum erwarten meine Gastfamilie zu sehen. In Chicago angekommen wurden wir von unserer AFS- Betreuerin in ein Hotel gebracht. Nachdem wir gegessen haben, sind wir in Zimmer eingeteilt worden. Ich habe mein Zimmer mit einem sehr netten Mädchen aus Belgien geteilt. Nach langem Reden sind wir endlich eingeschlafen.

Familienleben

Nach einer langen Busfahrt und einer AFS-Vorbereitung war es endlich soweit. Ich glaube der Moment, in dem du nach einer so anstrengenden Reise deine Gastfamilie siehst, ist etwas sehr Besonderes. Die ersten Tage waren sehr aufregend und es gab so viel Neues zu sehen. Meine Gastfamilie hat eine Willkommensfeier mit ein paar Leuten aus unserer Kirche organisiert und alle haben mich mit offenen Armen und unglaublicher Gastfreundschaft empfangen. Meine Gastfamilie besteht aus meiner Gastmutter Kim, meinem Gastvater Dutch und meiner 6-jährigen Gastschwester Jovanka.

Ich besuche die Central Noble Highschool in Albion. Die Zeit an meiner neuen Schule vergeht ziemlich schnell. Ich habe sehr viele gute Freunde kennen gelernt und bin ein Mitglied im Cross Country Team.

 

Meine Schule beginnt um 8 Uhr und endet um 15.15 Uhr. Ich konnte mir meinen Stundenplan selber zusammenstellen. Mein Schultag im ersten Semester besteht aus: Englisch, Agriculture, Kunst, Geschichte, Lunch, Kochen, CU-University, Study Hall, Mathe. Die Schule spielt eine sehr große Rolle im Alltag eines amerikanischen Schülers. Nach der Schule findet der Sport statt, der den Amerikanern und mir ziemlich am Herzen liegt und ebenfalls eine sehr große Rolle spielt. Meine Schule bietet in 3 Jahreszeiten verschiedene Sportarten wie Football, Fußball, Basketball, Golf, Tennis, Track & Field und Cross Country an. Außerdem hat man die Möglichkeit sich musikalisch, künstlerisch und schauspielerisch zu betätigen.

 

Meine schönsten Erlebnisse waren das Homecoming (Footballspiel), Basketballspiele, die Trips nach Chicago, Indianapolis, Florida, der Schultanz, die Übernachtung mit einer Freundin, und ganz allgemein viele schöne Tage mit Freunden. Auch die Kirche spielt eine große Rolle.

Veränderungen im Alltag

Die größten Veränderungen sind, um ehrlich zu sein, die Kleinsten. Du merkst nicht wie du dich selbst mit der Zeit veränderst und Sachen, die du am Anfang komisch gefunden hast, sind mit der Zeit zu Alltag geworden. Ein Beispiel ist das amerikanische Essen: Amerikaner haben sehr viel Zucker im Essen, das heißt selbst im Brot oder Salat könnte es sein, dass sehr viel Zucker hinzugefügt wurde. Die ersten Wochen konnte ich es einfach nicht essen, doch mit der Zeit gewöhnt man sich daran.

 

Ich kann leider nicht richtig sagen, ob sich mein Verhalten verändert hat. Meiner Meinung nach bin ich immer noch dieselbe Person mit denselben Verhaltensmustern, nur meine Ansichtsweisen haben sich verändert. Ich glaube, erst wenn ich zurück in Deutschland bin, kann ich sagen, inwiefern ich mich verändert habe!

„Ich musste mich nicht sehr umstellen.“

Doch mir ist auch aufgefallen, wie Deutsche essen oder sich kleiden... ganz anders. Um ehrlich zu sein ist mir das die ersten Wochen gar nicht aufgefallen. AFS hat es mit dem Eisberg-Beispiel beschrieben: Ein kleiner Part befindet sich über Wasser, doch der große Part befindet sich unter dem Wasser. Das heißt, du siehst den Unterschied in Kulturen an Speise, Sport, Medien sehr schnell- doch die Unterschiede zum Beispiel in Humor, Gesetzen oder Moral sind nicht sofort erkennbar.

 

Mein Auslandsjahr in den USA hat mir gezeigt was es heißt, Deutsche zu sein und wie anders Leute aus anderen Ländern über uns denken. Sachen die mir zuvor nie aufgefallen sind, zum Beispiel, dass Deutsche sehr direkt sind, ist mir jetzt klarer geworden. Ich habe etwas Neues über meine Identität herausgefunden und mir ist der Unterschied zwischen Kultur und Persönlichkeit klarer geworden. Trotzdem gibt es noch so viel zu lernen und ich kann es kaum erwarten meine nächsten sieben Monate hier zu verbringen und neue Sachen zu lernen!