Am 19. Juni wurde AFS-Alumna Helmtrud de Roo von Hagen mit dem Bundesverdienstkreuz erster Klasse ausgezeichnet. Die Bundesrepublik Deutschland würdigt damit ihr jahrzehntelanges Engagement für die Erinnerung an die deutsche Geschichte, die Vermittlung demokratischer Werte und die Verständigung zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft.

Ein Austauschjahr als Neuanfang nach dem Krieg

Helmtrud de Roo von Hagen verbindet mit AFS eine besondere Geschichte: 1952 nahm sie als 17-jährige Schülerin am AFS Schüleraustausch teil und verbrachte ein Jahr in den USA. In der Laudatio zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes wurde ihr Austausch als ein Schritt beschrieben, durch den sie zur „Botschafterin für das andere Deutschland“ wurde.

Nur wenige Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs stand ihr Austausch für einen neuen Anfang. Internationale Begegnungen sollten dazu beitragen, Vorurteile abzubauen, Vertrauen aufzubauen und Menschen aus unterschiedlichen Ländern miteinander zu verbinden.

Aus persönlicher Geschichte wird gesellschaftliches Engagement

Der persönliche Hintergrund von Helmtrud de Roo von Hagen ist eng mit der deutschen Widerstandsgeschichte verbunden. Ihr Vater Albrecht von Hagen war Jurist und Offizier der Reserve und gehörte zum Kreis der Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 auf Adolf Hitler wurde er hingerichtet.

Helmtrud war zu diesem Zeitpunkt acht Jahre alt. Gemeinsam mit ihrem Bruder wurde sie im Rahmen der Sippenhaft durch die Gestapo verschleppt und in ein Kinderheim gebracht. Die Familie erlebte Verfolgung, Verlust und nach dem Krieg die Vertreibung aus Pommern.

Aus diesen Erfahrungen entwickelte Helmtrud de Roo von Hagen ein lebenslanges Engagement für Erinnerung und Demokratie. Sie besucht Schulen, hält Vorträge und erzählt jungen Menschen von ihrer Familiengeschichte. Dabei geht es ihr nicht nur darum, die Vergangenheit zu bewahren, sondern auch darum, eine Verbindung zur Gegenwart herzustellen.

„Du erzählst gegen das Vergessen“, sagte Philipp von Kapff in seiner Laudatio und würdigte damit Helmtruds besonderen Beitrag zur Erinnerungskultur.

Ein Lebenswerk im Zeichen von Demokratie und Verständigung

Für AFS ist Helmtrud ein herausragendes Beispiel dafür, wie Austausch Begegnungen schafft, die ein ganzes Leben prägen können. Ihr eigenes Austauschjahr war Teil eines Lebensweges, der bis heute von Verständigung, Offenheit und dem Einsatz für demokratische Werte geprägt ist.

AFS gratuliert Helmtrud de Roo von Hagen herzlich zu dieser besonderen Auszeichnung und dankt ihr für ihr beeindruckendes Engagement.

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