Marit, Paraguay, weltwärts, 2024

Einführung

Mein Freiwilligendienst begann am 23.08.2024. Nach einigen Einführungstagen in der Hauptstadt Asunción, bei denen ich erste Einblicke in die Kultur, Sprache und das gesellschaftliche Leben in Paraguay erhielt, ging es für mich weiter in mein neues Zuhause: Santa Rosa.

Santa Rosa ist ein kleiner, ruhiger Ort im Süden Paraguays, etwa dreieinhalb Stunden von Asunción entfernt. Hier lebte ich in einer Gastfamilie, die mich von Anfang an offen aufgenommen hat. Durch das Zusammenleben habe ich nicht nur einen Einblick in den paraguayischen Alltag, sondern auch paraguayische Traditionen und typisches Essen kennengelernt.

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Meine Einsatzstelle war in einem Community Service Projekt der Fundación Sagrada Familia, einer lokalen Organisation mit einem breiten sozialen Engagement. Ziel der Stiftung ist es, vulnerable Familien zu unterstützen und ihnen neue Perspektiven zu eröffnen. Dies geschieht durch verschiedene Angebote wie Berufsbildung, Lebensmittelhilfe, schulische Förderung, kulturelle und kreative Aktivitäten, medizinische Betreuung sowie Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche. Von Beginn an war ich beeindruckt von dem Einsatz der Mitarbeitenden und der Bedeutung, die die Stiftung für viele Familien vor Ort hat. Es war für mich eine völlig neue Erfahrung, Teil einer solchen Gemeinschaft zu werden – sowohl beruflich als auch privat.

Land und Leute

Während meines Auslandsaufenthalts in Paraguay hat sich mein Eindruck von Land und Leuten im Laufe der Zeit stark weiterentwickelt. Zu Beginn war vieles neu, fremd und oft auch etwas überwältigend. Die Sprache, das Klima, das alltägliche Leben – all das war für mich zunächst ungewohnt. Besonders auffällig war der entspannte Lebensrhythmus: Dinge gehen hier langsamer, Termine sind oft etwas flexibler und Pünktlichkeit wird nicht so ernstgenommen wie in Deutschland. Anfangs hat mich das manchmal verunsichert oder ungeduldig gemacht, doch mit der Zeit habe ich gelernt, diesen ruhigen, weniger durchgetakteten Lebensstil zu schätzen. Am Ende meines Aufenthalts war genau das für mich völlig normal und oftmals sogar angenehmer als der doch oftmals hektische deutsche Alltag.

Was mich von Anfang an beeindruckt und teilweise auch etwas überfordert hat, war die Offenheit, Herzlichkeit aber auch die Direktheit der Menschen. Ich wurde überall freundlich aufgenommen und mit Fragen überhäuft. Paraguayer sind sehr interessiert an einem und wollen viel über einen selber und die eigene Kultur herausfinden. Auch wenn ich anfangs sprachlich noch etwas unsicher war, wurde mir stets mit Geduld begegnet. Je besser ich Spanisch sprechen konnte, desto mehr haben sich auch echte Gespräche und tiefere Kontakte entwickelt, vor allem mit älteren Personen. Mit
Gleichaltrigen war es leider etwas schwerer. Anfangs war es sehr schwer für mich in Kontakt mit ihnen zu kommen. Ich hatte zwar relativ schell Kontakt zu den anderen Freiwilligen, jedoch hatten wir alle anfangs die selben Probleme. Nach ein paar Monaten haben wir jedoch einen kleinen Freundeskreis mit Gleichaltrigen aufgebaut und viel unternommen. Wir sind gemeinsam essen gegangen, haben Feste gefeiert, Fußball gespielt oder einfach nur zusammengesessen und geredet. Sie haben mir sehr geholfen meinen Aufenthalt in Paraguay zu genießen und eine tolle Zeit zu haben.

Natürlich sind mir auch viele kulturelle Unterschiede aufgefallen. So spielt zum Beispiel Religion im Alltag vieler Menschen eine größere Rolle als in meinem eigenen Umfeld zu Hause. Auch die starke Familienorientierung war für mich anfangs ungewohnt – hier ist es selbstverständlich, dass mehrere Generationen unter einem Dach leben, sich täglich sehen und generell oftmals nah aneinander leben. Gleichzeitig habe ich aber auch viele Gemeinsamkeiten entdeckt: Junge Menschen in Paraguay haben ähnliche Wünsche, Sorgen und Träume wie wir – sei es im Hinblick auf Ausbildung, Freundschaft oder persönliche Freiheit.

Rückblickend bin ich sehr dankbar für die Erfahrungen, die ich in Paraguay machen durfte. Sie haben meinen Blick auf die Welt erweitert, mich offener für andere Lebensweisen gemacht und mir gezeigt, wie viel man voneinander lernen kann – auch wenn man aus ganz unterschiedlichen Kulturen kommt.

Arbeitsplatz

Ich habe in der Fundación Sagrada Familia gearbeitet und war dort hauptsächlich im Bereich Kinder- und Jugendbetreuung tätig. Die Arbeitszeit war von Montag bis Freitag. Meine tägliche Arbeitszeit betrug ca. 6 bis 7 Stunden pro Tag. Dadurch, dass Santa Rosa klein ist und ich relativ zentral gewohnt habe, konnte ich ohne Probleme innerhalb von 10/15min zur Arbeit laufen.

Mein Tag war in zwei Schichten eingeteilt. Morgens sind noch keine Kinder vor Ort. Während dieser Zeit war ich im Büro und habe Verwaltungstätigkeiten unterstützt und Aktivitäten für den Nachmittag vorbereitet. Nach der Morgenschicht bin ich nach Hause gegangen, habe gemeinsam mit der Familie Mittag gegessen und eine kurze Siesta gehalten. Nach der kleinen Pause ging es dann für mich zurück zur Arbeit. Nachmittag hatte ich verschiedene Aufgaben, zum Beispiel: die generelle Betreuung der Kinder und Jugendlichen, die Durchführung der am Morgen geplanten Aktivitäten
einschließlich kreativer und praktischer Projekte, die Durchführung wöchentlicher Englischstunden und die Mitarbeit in der Küche beim Vorbereiten und Ausgeben von Essen und Getränken an die Kinder und Jugendlichen. Zusätzlich habe ich an der Planung und Durchführung eines mehrwöchentlichen Sommercamps mitgearbeitet.

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Grundsätzlich wurde ich auf diese Arbeit nicht vorbereitet, jedoch haben eigene Arbeitserfahrungen von Vorher sich ausgezahlt und nützlich gezeigt. Anfangs war ich teilweise überfordert und überlastet mit den ungewohnt vielen Arbeitsstunden und der Verantwortung für die Kinder. Durch eine Anpassung der ursprünglichen Arbeitsstunden und meine zunehmenden Sprachkenntnisse konnten sich diese Probleme jedoch schnell lösen und ich konnte eine sehr gute Balance finden. Am Wochenende habe ich nicht gearbeitet, da die Fundación nur unter der Woche geöffnet war. Jedoch gab es ab und zu mal Auftritte und Konzerte außerhalb der Arbeitszeiten, wo ich mitgefahren bin, um die Kinder zu betreuen.

Gastfamilie/ Unterkunft

Mein Einleben in die Gastfamilie war anfangs sowohl aufregend als auch herausfordernd. Zu Beginn war es eine Mischung aus Neugier und Unsicherheit. Die Gastfamilie war sehr herzlich. Durch die Sprachbarriere und plötzlich in einem fremden Land alleine zu leben und mich an eine neue Umgebung zu gewöhnen, war nicht immer einfach.

Meine ersten Eindrücke von Santa Rosa und Paraguay im Allgemeinen waren überwältigend. Das Haus meiner Gastfamilie war gemütlich und gut ausgestattet, doch der kulturelle Unterschied, die neue Lebensweise, die Sprache und die sozialen Normen, machten mir anfangs etwas zu schaffen. Es war spannend aber auch herausfordernd, den Alltag in einer anderen Sprache zu meistern die ich kaum beherrschte und mich in einem neuen sozialen Umfeld zurechtzufinden. Besonders zu schaffen machten mir die Ausgangsregeln die meine Gastmutter für mich hatte. Am Anfang konnte ich gut nachvollziehen, warum sie nicht wollte, das ich zu spät und nach Anbruch der Dämmerung draußen noch herumgelaufen bin. Mit der Zeit wurden die Regeln meist jedoch strikter als lockerer. Ich musste unter der Woche immer früher zu Hause sein und hatte kaum Zeit etwas mit meinen Freunden zu machen. Als Resultat, war ich an den Wochenenden viel unterwegs und übernachtete bei einer Freundin, um auch nach 20:00Uhr noch etwas unternehmen zu können.

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Besonders die Jugendlichen trafen sich meist nur Abends/ in der Nacht, wodurch Freunde finden auch nochmal etwas erschwert wurde. Ich habe des Öfteren versucht Kompromisse mit meiner Gastmutter zu finden, jedoch meist ohne Erfolg. Das Wochenende bei der Freundin zu übernachten war die einzige Lösung, die zu funktionieren schien.

Im Laufe meines Aufenthalts haben sich meine Eindrücke in vielen Sinnen verändert. Was am Anfang wie ein großer Schritt ins Ungewisse erschien, wurde nach einigen Wochen zu einem vertrauten und sogar heimeligen Gefühl. Ich konnte mich immer besser in den Alltag integrieren und fand eine gut passende Routine. Auch meine Sprachkenntnisse verbesserten sich, sodass ich mich immer sicherer im Umgang mit den Personen vor Ort fühlte. Die anfängliche Unsicherheit beseitigten sich schnell und eine zunehmende Selbstständigkeit und ein tieferes Verständnis für die Kultur und Lebensweise vor Ort machte sich breit.

Der Abschied am Ende meines Aufenthalts war mit vielen gemischten Gefühlen. Einerseits war ich traurig, meine Gastfamilie und die neuen Freunde zurückzulassen, andererseits wusste ich, dass ich eine unvergessliche Zeit hinter mir hatte und viele wertvolle Erfahrungen mitnehmen konnte. Insgesamt war die Erfahrung des Einlebens und des Abschieds ein Prozess des Wachstums, der mich nicht nur in meiner Sprachfähigkeit, sondern auch in meiner Persönlichkeitsentwicklung weitergebracht hat.

Betreuung

Die Betreuung von AFS vor Ort sah so aus, dass ich eine lokale Koordinatorin hatte, welche in der benachbarten Stadt gewohnt hat. Sie hat mich beim ersten Aufeinandertreffen mit meiner Gastfamilie begleitet und war immer für mich da, falls ich fragen bezüglich Reisen oder Seminaren hatte. Abseits davon hatte ich jedoch eher weniger Kontakt zu ihr. Dafür hatte ich jedoch meine Arbeitskollegin, die gleichzeitig meine lokale Ansprechperson war. Wir haben uns fast täglich gesehen und konnten somit eine Freundschaft aufbauen. Sie hat auch die monatlichen Berichte zusammengestellt und an das AFS-Office weitergeleitet. Bei Problemen mit meiner Gastmutter konnte ich immer mit ihr reden und wir haben versucht Lösungen zu finden. Leider hat sich das manchmal jedoch etwas verkompliziert, da meine Gastmutter gleichzeitig auch die Präsidentin der Fundación war. Im großen und ganzen konnten wir die größeren Probleme jedoch immer gut bewältigen.

Während meiner gesamten Zeit im weltwärts-Programm, habe ich an vielen verschiedenen Seminaren, sowohl in Deutschland als auch in Paraguay, teilgenommen. Dazu zählten natürlich vorweg die beiden Vorbereitungsseminare in Deutschland. In Paraguay gab es dann auch nochmal 3 verschiedene Seminare über das Jahr verteilt.

Das Willkommensseminar war direkt nach der Ankunft und wir sind als große Gruppe in ein Hotel in Asuncion gefahren. Es gab Leute aus verschiedenen Ländern, die alle mit AFS gekommen waren. Die meisten waren über das Schülerprogramm gekommen und das Seminar war mehr auf sie ausgerichtet und weniger auf uns Freiwillige. Zudem war das Seminar mit nur 3 Tagen sehr kurz. Es wurde auch viel von den Seminaren in Deutschland wiederholt, was wir schon auf den ersten beiden Seminaren angesprochen haben. In Kombination mit dem Jetlag und der Kürze des Seminars habe ich mich etwas überfordert gefühlt, bevor es für uns schon in die Familien ging und die Arbeitszeit begonnen hat. Für das Ankunftsseminar hätte ich mir eine längere Dauer gewünscht, vielleicht auch noch mit einem Sprachkurs gekoppelt, so dass man besser und spezifischer vorbereitet und ausgeruhter in die Familie und die Arbeitsplätze gestartet wäre.

Triff andere Freiwillige in AFS-Camps.

Das zweite Seminar jedoch war ganz anders. Es waren nur wir Freiwilligen dort und es fand in dem Projekt einer anderen Freiwilligen statt. Die Idee an sich war sehr schön und der Ort war toll, jedoch war es für mich persönlich sehr stressig, da ich zusätzlich zu der Fahrt vom Treffpunkt in Asuncion noch zusätzlich die An- und Abfahrt hatte. Somit war für mich die An- und Abreise fast genau solang wie die Zeit vor Ort. Was mir an dem Seminar sehr gut gefallen hat war, dass wir neben den typischen Programmpunkten auch noch viel über das Reservat gelernt haben und auch kleine Exkursionen/ Wanderungen gemacht haben.

Das letzte Camp war ca. ein Monat vor der Abreise. Hier wurden viele interaktive Aktivitäten mit uns gemacht, die uns schonmal auf einer mentalen Ebene auf unsere Rückkehr vorbereitet haben. Hier habe ich zum ersten Mal richtig realisiert, dass das Jahr wirklich bald zu Ende geht. Für mich war es auch das Camp, was ich am hilfreichsten und auch am besten fand.

Während meiner Zeit vor Ort hatte ich kaum Kontakt zu AFS Deutschland. Die Betreuung vor Ort war zum Glück so gut, dass ich diesen Kontakt nie suchen musste. Natürlich waren meiner Erwartungen jedoch, dass AFS Deutschland immer erreichbar ist und uns bei großen Problemen auch sofort zur Hilfe steht. Dazu hatte ich auch die Erwartung an sie, dass sie zwischendurch immer mal bei den Partnern Nachfragen und sich versichern, dass es bei uns allen gut läuft und es uns gut geht.

Sprache und Kommunikation

Besonders in den ländlichen Regionen in Paraguay ist Englisch kaum verbreitet. Es wird zwar in der Schule unterrichtet, jedoch meist nur sehr rudimentär gesprochen. Dadurch ist es schwer Leute zu finden, mit denen man eine Konversation führen kann. Mit meiner Gastfamilie und auch auf der Arbeit war somit alles von Beginn an auf Spanisch. Die einzigen Ausnahmen waren der Mann von meiner Gastschwester, der mal in Deutschland gearbeitet hat und gute Deutsch Kenntnisse hatte und mein Gastcousin, der in der Hauptstadt wohnt und sein Englisch dadurch sehr gut war. Beide habe ich jedoch nur ab und zu gesehen. In meinem Ort waren auch zwei Amerikanerinnen, die dort mit Peace Corps waren. Wir wurden sehr gute Freundinnen und eine hat auch in der Fundación Englisch unterrichtet.

Bei meiner Ankunft in Paraguay waren meine Sprachkenntnisse sehr rudimentär. Ich habe mich vorher mit einer Tutorin versucht vorzubereiten und auch mit Duolingo und einer von AFS Paraguay bereitgestellten App gelernt, jedoch hat es im Endeffekt kaum etwas gebracht. In den ersten Monaten konnte ich mich kaum mit meiner Familie und mit meinen Mitarbeitern verständigen. Wir mussten besonders in den ersten 2-3 Monaten oft auf Übersetzer Apps zurückgreifen. Meine Mitarbeiterinnen waren noch ein wenig rücksichtsvoller und haben versucht mir alles so einfach wie möglich zu erklären. Mit den Kindern und Jugendlichen in der Fundación ging es alles schneller und über sie habe ich schnell die Basics gelernt. Sie haben mehr Verständnis gezeigt und haben oft auch mehr Geduld gehabt.

Besonders durch die Freundschaften mit Gleichaltrigen nach ein Paar Monaten hat sich die Sprache deutlich verbessert und ich würde sagen, dass ich nun sehr gut sprechen kann. Zum Ende meines Jahres hatte ich kaum Probleme auch schwierigeren Konversationen zu folgen und mich selber zu verständigen. Es fehlen immer noch viele spezifische Vokabeln, aber oftmals konnte ich diese durch den Kontext verstehen. Auch die Grammatik ist noch nicht einwandfrei, jedoch kann ich mich gut in der einfachen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft ausdrücken kann. Was mir zum Schluss mit die meisten Probleme bereitet hat, war das Guaraní. Guaraní ist die zweite Landessprache und wird besonders in den Ländlichen Regionen viel gesprochen. Zwar wurde mit mir direkt kaum Guaraní gesprochen, jedoch um mich rum sehr viel. Teilweise wurde es dadurch schwer in Konversationen einzusteigen und Teil davon zu sein.

Globales Lernen und Entwicklungspolitik

Für mich bedeutet globales Lernen mehr als nur das Erlernen von Fakten über andere Länder oder Kulturen. Es ist eher das Verstehen dieser, um die globalen Zusammenhänge zu begreifen, die Hintergründe von politischen, wirtschaftlichen und sozialen Themen auf internationaler Ebene zu hinterfragen und schließlich sich der eigenen Verantwortung als Teil der globalen Gesellschaft bewusst zu werden. Globales Lernen fordert uns heraus, Perspektiven zu wechseln, eigene Denkmuster zu hinterfragen und an einer nachhaltigen, gerechteren Zukunft aktiv mitzugestalten. Ohne dieses tiefe Verständnis kann es nie zu fairen Konversationen kommen, besonders in Hinsicht auf die Entwicklungspolitik.

Entdecke eine neue Kultur im Freiwilligendienst mit AFS in Paraguay.

Während meines Aufenthalts konnte ich viele wertvolle Einblicke in die Entwicklungszusammenarbeit gewinnen. Ich habe gelernt, wie viel der Austausch von Wissen und die Förderung von langfristigen, strukturellen Veränderungen bedeutet. Die Arbeit von NGOs und internationalen Organisationen ist dabei essenziell, aber genauso wichtig ist das Engagement der lokalen Bevölkerung, um nachhaltige Entwicklungen zu erzielen. Entwicklungszusammenarbeit funktioniert nicht, wenn sie einseitig von außen kommt. Es muss akzeptiert und auch von innen gewollt sein. Es ist jedoch von essenzieller Wichtigkeit, dass ein Austausch auf Augenhöhe stattfindet.

Das Ziel sollte nicht sein alles nach den westlichen Standards umzugestalten und zu kopieren. Es sollte das Ziel verfolgt werden die Länder nach ihren eigenen Vorstellungen und Bedürfnissen umzugestalten um das Beste für die Gesellschaft gewährleisten zu können. Der Schutz der Kultur und der vielen Traditionen sollte hierbei an erster Stelle kommen. Das ist das, was uns alle ausmacht und voneinander unterscheidet oder auch verbindet.

Ein weiterer Aspekt, der damit einhergeht ist die Notwendigkeit der Bildung. Bildung ist nicht nur der Zugang zu Wissen, sondern auch die Möglichkeit zur Selbstbestimmung und zur Verbesserung der Lebensbedingungen. Durch eine Aufwertung der Bildungsinstitute können viele Entwicklungsprojekte direkt aus dem Land starten, was langfristig viele Vorteile bringen kann. Diese Kenntnis hat mein Verständnis darüber, wie Entwicklungsarbeit funktionieren sollte, maßgeblich beeinflusst.

In Zukunft möchte ich meine Erfahrungen und das Wissen, das ich über globale Themen und Entwicklungszusammenarbeit gesammelt habe, vertiefen und auch weitergeben. Das Verständnis über solche globalen Zusammenhänge und die Auswirkungen unseres Handelns auf die Welt sollte nicht nur ein privilegiertes Wissen bleiben, sondern für alle zugänglich gemacht werden.

In Deutschland werde ich mich vor allem versuchen, mich für mehr Bewusstsein und Sensibilität für globale Entwicklungsfragen einzusetzen. Das bedeutet für mich nicht nur die Unterstützung von Entwicklungshilfeprojekten, sondern auch die Förderung nachhaltiger Lebensstile, den Einsatz für faire Handelspraktiken und die Unterstützung von Bildung und Aufklärung. Besonders die Aufklärung hier vor Ort über das Leben in anderen Orten und Teilen der Welt. Gerade durch den Konsum und die politische Einflussnahme kann jeder Einzelne einen Beitrag leisten. Ich möchte aktiv dazu beitragen, dass wir als Gesellschaft global gerechter und verantwortungsbewusster handeln. Damit es hoffentlich eines Tages zu einem gerechteren miteinander führt in dem jeder ähnliche Zukunftschancen und Lebensverhältnisse hat.

Noch ist es nicht ganz klar, wo und was ich studieren werde. In jedem Fall wird es ein englischsprachiges Studium in Belgien oder in den Niederlanden sein mit Bezug auf globale Herausforderungen bzw. internationales Management.

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