Maia, Costa Rica, 2023, Stipendium „Engagiert im Sport“

Ich denke was die meisten Austauschschüler vor ihrem Jahr nicht erwarten, ist, wie sehr man eine Verbindung und eine Liebe zu dem Land, den Leuten und zu seiner Umgebung aufbaut. Jetzt wo ich wieder in Deutschland zurück bin spürt man es vielmehr. Die Sehnsucht zu der Familie, die so viel für einen getan haben und zu all den Leuten die immer für einen da waren.
Eine Person machte den Unterschied
In meinem Auslandsjahr gab es eine Person, die für mich den Unterschied gemacht. Sie ist ein Teil meiner Familie geworden und ich bin mir sicher, dass sie für den Rest meines Lebens einen Platz in meinem Herzen hat. Ich hatte das Glück in einer unglaublich liebevollen Familie aufgenommen zu werden. Ich hatte Geschwister die wie echten Geschwister für mich waren und eine Mutter und ein Vater die mir immer zur Seite standen.
Aber meine Oma war diejenige, die jeden Tag darauf geachtet hab, dass ich rechtzeitig von der Schule heimkam und, dass wenn ich am Abend ausging ich wieder zuhause ankam. Sie war die Person die jeden Tag für mich und meine ganze Familie kochte und mich daran erinnerte mein Zimmer aufzuräumen, weil sie diejenige war, die das Haus sauber hielt. Anfangs redete ich nicht viel mit ihr, da wir uns nicht verstehen konnten, da sie kein Englisch und ich nur stückweise spanisch sprechen konnte, was sie nicht verstand. Ich hatte einige Probleme, da ich nicht verstand was ich durfte und was nicht. Sagen wir, es entstanden ein paar Probleme.
Etwa zur Hälfte des Jahres, wollte ich nicht mehr, dass es so weiterging. Ich begann mein Verhalten zu ändern. Ich war mehr zuhause, denn es ist nicht sehr angesehen in Costa Rica so viel auf den Straßen unterwegs zu sein. Ich half meiner Oma so gut ich konnte und begann mehr mit meiner Oma zu sprechen. Sie verstand mich nun viel besser und ich wurde immer besser im Spanischen.
Wir hatten ein enges Verhältnis, wir quatschten bis spät in die Nacht und verstanden uns gut. Ich lernte viel von ihr und lernte über ihre Vergangenheit und ihre Familie. Sie und meine Familie zu verlassen war eines der schwersten Sachen die ich in meinem Leben getan habe.
Freizeitgestaltung

Genug über meine Familie, nun zurück zu meinem Alltag. Ich ging in eine öffentliche Schule, und hatte dort viele Freunde, mit denen ich oft ausgegangen bin, auch wenn das in Costa Rica viel seltener ist als in Deutschland. Es ist üblich sofort nach der Schule nach Hause zu gehen und dann auch nicht mehr viel auszugehen, wenn man nicht etwa in einem Volleyball Team ist, oder Tanzstunden besucht. Während es hier in Deutschland eher als faul gilt nur zuhause rumzusitzen wird es in Costa Rica als familienunterstützend und brav angesehen. Trotz allem versuchte ich so viel wie möglich aus dem Jahr zu machen. Mit meiner Familie fuhren wir oft an den Strand am Wochenende und machten andere Ausflüge.
Auch mit unserem Komitee der Stadt und mit den anderen Austauschschülern war ich viel unterwegs. Unter der Woche ging ich mit costa-ricanischen Freunden ins Beachvolleyball am frühen Abend, spielte im Mädchenfußballteam in der prallen Mittagshitze und ging in der Schule auf Leichtathletikwettkämpfe und trat gegen andere Schulen im Volleyball an. All diese Sportarten tat ich das erste Mal wirklich im Team und es begeisterte mich. Ist half mir fit und motiviert zu bleiben und enge Freunde zu finden.
An dieser Stelle will ich an meinen Stipendiengeber „Engagiert im Sport“ danken, der mir bei der Finanzierung dieses wundervollen Jahres geholfen hat.

Was nehme ich mit?
Ich denke die Zeit im Ausland hat mich letztendlich doch sehr verändert. Es waren nicht nur die äußeren Merkmale wie vielleicht meine Spanischkenntnisse oder meine etwas braunere Haut die ich mitgebracht habe. Es ist die Mentalität, die entspannte Lebenseinstellung, die Offenheit und die Zufriedenheit mit seinem Leben die ich von den Costa-Ricanern dort gelernt habe und
versuche mir die Positivität der Menschen in diesem Land nie wieder abzugewöhnen.
Ich denke die Verbindung die ich mit Costa Rica, mit den Leuten dort, und mit dem kleinen Städtchen Santa Cruz habe, wird sich nie ändern.
Ich danke all den Leuten, die dieses Jahr möglich gemacht haben und die Menschen, die es zu dem gemacht haben, wie es nun für mich in Erinnerung bleibt.

